18. August 2022

Graphisches Erzählen: die Dritte Dimension

Auf Comicbildern einen räumlichen Eindruck zu erzeugen, ohne gleich Perspektiven zu konstruieren (kommt nächstesmal), war diesmal die Aufgabe im Renate-Kurs "Graphisches Erzählen".

In der Gruppe kamen Vorschläge wie: 

- Größenunterschiede
- Verdecken und Überschneiden
- Schattenwürfe
- (Boden-)Strukturen
- Kontraststärke
- Ordnung
Wie jedesmal erstellten alle 6 Beispiele dafür, hier sind meine eigenen:

Um zu üben und zu verstehen, versuchten wir, in jedem Beispiel nur eine dieser Methoden anzuwenden, hier also Raum durch Größenunterschiede. 

Unser Unterbewußtsein stellt automatisch eine Perspektivansicht her.

Bei Verdeckungen und Überschneidungen befindet sich geradezu zwangsläufig der eine Cowboy räumlich vor dem anderen: 


Der Schattenwurf verortet meine Figur am Boden und durch Lage, Richtung und Beschaffenheit des Schattens auch im Raum. 


Bodenstrukturen wie Korngrößen, Dielenlagen, Fliesen... schaffen die Illusion der Dritten Dimension.

Vorne befindliche Menschen/Tiere/Gegenstände erscheinen uns kontrastreicher als weiter hinten Liegendes. Das wird in diesem Beispiel ein kontrastarmes Grau. In der Malerei verschwimmt der Hintergrund oft in einem zarten Blau...

Selbst ein simpler Horizontstrich schafft einen räumlichen Eindruck, in Innenräumen wäre das die Scheuerleiste...

In der Diskussion danach kamen wir noch auf die Lage als räumliche Methode, leider sind mir bei dem Beispiel die Schatten der Fußballerinnen mit reingerutscht. 

Bestimmt gibt es noch mehr Möglichkeiten, dies sind eher Ansätze, wenn wir beim Zeichnen das Gefühl haben, es wirkt nicht oder falsch räumlich. 




24. Mai 2022

Das Gruppenheft nach dem Rashomon-Prinzip

 Für den DGhK Berlin-Brandenburg gab es in der Renate einen Comicnachmittag für Kinder von 9–12 Jahren. 

Als Ergebnis entstand ein gemeinsames Comicheft. 

Um die einzelnen Stories in einen Zusammenhang zu bekommen, einigten wir uns auf einen gemeinsamen Ausgangspunkt: 

Die Klasse 5b ist auf Klassenfahrt und plötzlich ist die Betreuungsperson verschwunden. Was war passiert? Was wird jetzt passieren? 

Durch diese Vorgehensweise erhalten wir Geschichten, die so individuell sind wie die beteiligten Kinder, aber dennoch um ein gemeinsames erzählerisches Zentrum kreisen, etwa so wie im Film Rashomon, in dem ein Richter sich von verschiedenen Personen die Geschehnisse erzählen lässt und erst aus der Gesamtheit der Berichte wir uns ein Bild des realen Hergangs machen müssen. 




Wir formulierten in kurzen Worten die Grundzüge der Geschichte, die sogenannte Storyline. 
Dazu entwarfen wir unsere Hauptfigur, stellten sie in Vorder- und Seitenansicht dar und überlegten die Eigenschaften und Persönlichkeitsdetails, damit wir wissen, wie unser Hauptcharakter in den einzelnen Situationen reagiert. 


Ein Storyboard ordnet die einzelnen Kästchen - Paneele genannt - auf der Comicseite. 


Die Vorzeichnung unseres Comics ziehen wir mit Schwarzem Marker (früher mit Tusche, deshalb heiß dieser Schritt immer noch "Inken") nach, so dass alles Wichtige sofort gut zu erkennen ist. Im Heft können wir nun alles nachlesen. 



3. November 2021

Workshop mit Heft und Ausstellung: Karl Liebknecht / ein Leipziger wird 150

 


Ende September fand unter Schirmherrschaft des naTo e.V. in Leipzig ein einwöchiger Comic- und Trickfilmworkshop mit Schülerinnen und Schülern der 11.Klasse des EvaSchulZe statt. 
In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes wurde Kal Liebknecht vor 150 Jahren geboren, hier ist er auch aufgewachsen. Beide Häuser stehen noch. Wir recherchierten nicht nur Leben und Werk Karl Liebknechts, sondern auch seine mutmaßlichen Lebensumstände in der Leipziger Südvorstadt. 
Nun ist das Heft von Risoorkan fertig gedruckt und eine Austellung und die Trickfilme werden am 9.11.2021 um 17:00 h in der naTo gezeigt. 

12. März 2021

Workshophefte mit Risodruck

Ende 2020 und Anfang 2021 fanden in Leipzig 2 Comickurse, veranstaltet vom naTo e.V. statt. 

Die Hefte zum Thema "Werte" und "Münchhausen-Geschichten" konnte ich bei Risoorkan drucken. 

Bei beiden Gruppen gaben die Jugendlichen die Druckvorlagen gleich als Farbauszüge ab. 

Durch die freiere Arbeitsweise bei den Onlinekursen zum Thema "Münchhausen-Geschichten" hatten alle genug Zeit und das Heft konnte durchgehend 2-farbig werden. 

Die Herstellung des Heftes ist bei Risoorkan genauer nachzulesen: http://augelorenz.blogspot.com/2021/03/gelogen-aber-nicht-betrogen-neues-riso.html

(Nachteil: Die Gruppe muß 1-2 Wochen auf ihre Belegexemplare warten. Bei kopierten Heften konnten wir am gleichen Tag die Produkte abholen.)











11. Juli 2018

Eine Woche Comiczeichnen im Jugendclub "Aquarium" Germendorf


Der ImPuls e.V. hat eine ganze Ferienwoche lang in Oranienburg Ortsteil Germendorf eine Kindergruppe "Comiczeichnen" organisiert.
Wir gehen Schritt für Schritt vom Ausdenken übers Schreiben und Sortieren, Vorzeichnen und Reinzeichnen wie echte Profis vor.
Die 12jährigen beschäftigen sich mit gefräßigen Küchenrollen, ein Detektiv holt die entführten Kuschelzootiere wieder zurück, nach einer erfolgreichen Alieninvasion leben die Aliens völlig normal in Oranieburg, tanken, kaufen ein und trinken Kaffee. Vielleicht kommen sie ja auch zum Comiczeichnen...
(Seite aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 11.7.2018)

21. Juni 2018

Intelligenz - Blicke in unsere Zukunft (Workshoppräsentation in der naTo Leipzig)

Im Frühjahr fand beim naTo e.V. in Leipzig ein Zeichen- und Trickfilmworkshop mit einer Klasse des evaSchulze statt, nun gibt es am Montag 25.6.2018 ab 16:30 h die Präsentation der Schaubilderausstellung und um 17:00h die Trickfilmpremiere.



Die Schüler/-innen beschäftigten sich mit Fragen zu Chancen, Risiken und Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz:
Mensch und Maschine, geht es in Zukunft noch ohne?
Denkst du der Mars wird in Zukunft besiedelt und wenn ja wie?
Wann werden künstliche Intelligenzen soweit sein Gefühle zeigen zu können?
In Zukunft wird die Technik den Menschen viele Aufgaben abnehmen können, wird der Mensch dadurch faul werden?


Wie gut findest du die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen?
Wie stellst du dir das Transportwesen in der Zukunft vor?
Wie würde dein Zuhause aussehen?
Wie werden in Zukunft die Tiere behandelt und wie viel Natur wird es noch geben?
Wie werden die Roboter aussehen?
Welche Berufe werden bleiben und welche werden von Robotern übernommen?
Was wird es für Freizeitbeschäftigung geben und welche wären neu?



In kleinen Gruppen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit solchen und ähnlichen Fragen auseinander und veranschaulichten ihre Überlegungen in großen Schaubildern, z.B. so:


Idee und Konzept: Torsten Hinger
Leitung Gruppe Trick/Dokumentarfilm: Thurit Antonia Kremer
Leitung der Gruppe Zeichnen/Schaubilder: Peter Auge Lorenz
Ein Projekt des naTo e.V. gefördert von der Kulkturstiftung des Freistaates Sachsen, der LEIPZIGSTIFTUNG und dem Kulturamt der Stadt Leipzig.

1. Mai 2018

Warum mache ich Comic-Kurse?

Fast alle Kinder haben Comics schon gelesen, sie kennen und lieben deren Figuren. Deutliche Zeichnungen und zugeordnete Sprechblasen treiben eine Handlung voran, Speedlines markieren Geschwindigkeit, Sternchen die Kollosionen. So scheint es sehr einfach, selber Comics zu machen. Spannende Abenteuer sind da ebenso möglich wie herzige Romanzen oder grotesker Ulk. Alles ist erlaubt, Flamingoopas mit langem Haar besiegen Muskelprotze, Amin, der Syrer ist genauso ein Comicheld wie Adele, der Donut. Mit Hingabe zeichnen die Kinder seitenlange Abenteuer, schreiben Sprechblasen voll und basteln danach ihre kopierten Heftchen. 

Dabei wird ihnen nicht unbedingt bewußt dass sie sich in der Gruppe intensiv über ihre Stories unterhalten haben, sich gegenseitig geholfen haben bei wie-malt-man...-Fragen.
Comicmachen bietet Schreibanlässe und nimmt die Angst vorm Fehlermachen. Kinder mit verschiedenen kulturellen Hintergründen können sich so recht einfach verständigen.

Der Wunsch, auch darstellerisch besser, also verständlicher zu werden führt dazu, genauer hinzusehen und die Umweltt bewußter wahrzunehmen. Schon Fragen wie zum Beispiel "Wie sieht ein Haus aus, wie hoch ist es, wer wohnt wo und wieviel kostet es?" öffnen die Augen für eine Auseinandersetzung mit der Umgebung.
Beim Geschichtenschreiben und -aufzeichnen arbeiten die Kinder und Jugendlichen oftmals an ernsthaften Themen, ohne dies als "anstrengend" wahrzunehmen, sie wollen ihren Comic machen.
Auch Zustände zu hinterfragen, sie mit Wünschen und Vorstellungen zu vergleichen ist möglich: Welchen Beruf hat meine Comicfigur, gibt es außer Polizistinnen auch Generälinnen / Ingenieurinnen / Müllfrauen?



Dies versuche ich seit Jahren in meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - natürlich immer mit dem Vergnügen, eine vielfältige und ausdrucksstarke Kunstform auszuüben.