24. Mai 2022

Das Gruppenheft nach dem Rashomon-Prinzip

 Für den DGhK Berlin-Brandenburg gab es in der Renate einen Comicnachmittag für Kinder von 9–12 Jahren. 

Als Ergebnis entstand ein gemeinsames Comicheft. 

Um die einzelnen Stories in einen Zusammenhang zu bekommen, einigten wir uns auf einen gemeinsamen Ausgangspunkt: 

Die Klasse 5b ist auf Klassenfahrt und plötzlich ist die Betreuungsperson verschwunden. Was war passiert? Was wird jetzt passieren? 

Durch diese Vorgehensweise erhalten wir Geschichten, die so individuell sind wie die beteiligten Kinder, aber dennoch um ein gemeinsames erzählerisches Zentrum kreisen, etwa so wie im Film Rashomon, in dem ein Richter sich von verschiedenen Personen die Geschehnisse erzählen lässt und erst aus der Gesamtheit der Berichte wir uns ein Bild des realen Hergangs machen müssen. 




Wir formulierten in kurzen Worten die Grundzüge der Geschichte, die sogenannte Storyline. 
Dazu entwarfen wir unsere Hauptfigur, stellten sie in Vorder- und Seitenansicht dar und überlegten die Eigenschaften und Persönlichkeitsdetails, damit wir wissen, wie unser Hauptcharakter in den einzelnen Situationen reagiert. 


Ein Storyboard ordnet die einzelnen Kästchen - Paneele genannt - auf der Comicseite. 


Die Vorzeichnung unseres Comics ziehen wir mit Schwarzem Marker (früher mit Tusche, deshalb heiß dieser Schritt immer noch "Inken") nach, so dass alles Wichtige sofort gut zu erkennen ist. Im Heft können wir nun alles nachlesen. 



3. November 2021

Workshop mit Heft und Ausstellung: Karl Liebknecht / ein Leipziger wird 150

 


Ende September fand unter Schirmherrschaft des naTo e.V. in Leipzig ein einwöchiger Comic- und Trickfilmworkshop mit Schülerinnen und Schülern der 11.Klasse des EvaSchulZe statt. 
In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes wurde Kal Liebknecht vor 150 Jahren geboren, hier ist er auch aufgewachsen. Beide Häuser stehen noch. Wir recherchierten nicht nur Leben und Werk Karl Liebknechts, sondern auch seine mutmaßlichen Lebensumstände in der Leipziger Südvorstadt. 
Nun ist das Heft von Risoorkan fertig gedruckt und eine Austellung und die Trickfilme werden am 9.11.2021 um 17:00 h in der naTo gezeigt. 

12. März 2021

Workshophefte mit Risodruck

Ende 2020 und Anfang 2021 fanden in Leipzig 2 Comickurse, veranstaltet vom naTo e.V. statt. 

Die Hefte zum Thema "Werte" und "Münchhausen-Geschichten" konnte ich bei Risoorkan drucken. 

Bei beiden Gruppen gaben die Jugendlichen die Druckvorlagen gleich als Farbauszüge ab. 

Durch die freiere Arbeitsweise bei den Onlinekursen zum Thema "Münchhausen-Geschichten" hatten alle genug Zeit und das Heft konnte durchgehend 2-farbig werden. 

Die Herstellung des Heftes ist bei Risoorkan genauer nachzulesen: http://augelorenz.blogspot.com/2021/03/gelogen-aber-nicht-betrogen-neues-riso.html

(Nachteil: Die Gruppe muß 1-2 Wochen auf ihre Belegexemplare warten. Bei kopierten Heften konnten wir am gleichen Tag die Produkte abholen.)











11. Juli 2018

Eine Woche Comiczeichnen im Jugendclub "Aquarium" Germendorf


Der ImPuls e.V. hat eine ganze Ferienwoche lang in Oranienburg Ortsteil Germendorf eine Kindergruppe "Comiczeichnen" organisiert.
Wir gehen Schritt für Schritt vom Ausdenken übers Schreiben und Sortieren, Vorzeichnen und Reinzeichnen wie echte Profis vor.
Die 12jährigen beschäftigen sich mit gefräßigen Küchenrollen, ein Detektiv holt die entführten Kuschelzootiere wieder zurück, nach einer erfolgreichen Alieninvasion leben die Aliens völlig normal in Oranieburg, tanken, kaufen ein und trinken Kaffee. Vielleicht kommen sie ja auch zum Comiczeichnen...
(Seite aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 11.7.2018)

21. Juni 2018

Intelligenz - Blicke in unsere Zukunft (Workshoppräsentation in der naTo Leipzig)

Im Frühjahr fand beim naTo e.V. in Leipzig ein Zeichen- und Trickfilmworkshop mit einer Klasse des evaSchulze statt, nun gibt es am Montag 25.6.2018 ab 16:30 h die Präsentation der Schaubilderausstellung und um 17:00h die Trickfilmpremiere.



Die Schüler/-innen beschäftigten sich mit Fragen zu Chancen, Risiken und Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz:
Mensch und Maschine, geht es in Zukunft noch ohne?
Denkst du der Mars wird in Zukunft besiedelt und wenn ja wie?
Wann werden künstliche Intelligenzen soweit sein Gefühle zeigen zu können?
In Zukunft wird die Technik den Menschen viele Aufgaben abnehmen können, wird der Mensch dadurch faul werden?


Wie gut findest du die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen?
Wie stellst du dir das Transportwesen in der Zukunft vor?
Wie würde dein Zuhause aussehen?
Wie werden in Zukunft die Tiere behandelt und wie viel Natur wird es noch geben?
Wie werden die Roboter aussehen?
Welche Berufe werden bleiben und welche werden von Robotern übernommen?
Was wird es für Freizeitbeschäftigung geben und welche wären neu?



In kleinen Gruppen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit solchen und ähnlichen Fragen auseinander und veranschaulichten ihre Überlegungen in großen Schaubildern, z.B. so:


Idee und Konzept: Torsten Hinger
Leitung Gruppe Trick/Dokumentarfilm: Thurit Antonia Kremer
Leitung der Gruppe Zeichnen/Schaubilder: Peter Auge Lorenz
Ein Projekt des naTo e.V. gefördert von der Kulkturstiftung des Freistaates Sachsen, der LEIPZIGSTIFTUNG und dem Kulturamt der Stadt Leipzig.

1. Mai 2018

Warum mache ich Comic-Kurse?

Fast alle Kinder haben Comics schon gelesen, sie kennen und lieben deren Figuren. Deutliche Zeichnungen und zugeordnete Sprechblasen treiben eine Handlung voran, Speedlines markieren Geschwindigkeit, Sternchen die Kollosionen. So scheint es sehr einfach, selber Comics zu machen. Spannende Abenteuer sind da ebenso möglich wie herzige Romanzen oder grotesker Ulk. Alles ist erlaubt, Flamingoopas mit langem Haar besiegen Muskelprotze, Amin, der Syrer ist genauso ein Comicheld wie Adele, der Donut. Mit Hingabe zeichnen die Kinder seitenlange Abenteuer, schreiben Sprechblasen voll und basteln danach ihre kopierten Heftchen. 

Dabei wird ihnen nicht unbedingt bewußt dass sie sich in der Gruppe intensiv über ihre Stories unterhalten haben, sich gegenseitig geholfen haben bei wie-malt-man...-Fragen.
Comicmachen bietet Schreibanlässe und nimmt die Angst vorm Fehlermachen. Kinder mit verschiedenen kulturellen Hintergründen können sich so recht einfach verständigen.

Der Wunsch, auch darstellerisch besser, also verständlicher zu werden führt dazu, genauer hinzusehen und die Umweltt bewußter wahrzunehmen. Schon Fragen wie zum Beispiel "Wie sieht ein Haus aus, wie hoch ist es, wer wohnt wo und wieviel kostet es?" öffnen die Augen für eine Auseinandersetzung mit der Umgebung.
Beim Geschichtenschreiben und -aufzeichnen arbeiten die Kinder und Jugendlichen oftmals an ernsthaften Themen, ohne dies als "anstrengend" wahrzunehmen, sie wollen ihren Comic machen.
Auch Zustände zu hinterfragen, sie mit Wünschen und Vorstellungen zu vergleichen ist möglich: Welchen Beruf hat meine Comicfigur, gibt es außer Polizistinnen auch Generälinnen / Ingenieurinnen / Müllfrauen?



Dies versuche ich seit Jahren in meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - natürlich immer mit dem Vergnügen, eine vielfältige und ausdrucksstarke Kunstform auszuüben.

24. April 2018

Zum Superferienpaß: PopUp-Workshop in der Renate Comicbibliothek

Zum Superferienpaß haben wir in den Osterferien einen PopUp-Bastel-Workshop mit 9-12jährigen gemacht.

Rein künstlerische Phase:
Zuerst haben wir uns ein paar Beispiele angeschaut, damit allen klar ist was wir heute herstellen wollen, dann habe ich allen Papier und Stift gegeben und auf Wünsche und Fantasien gewartet: "Was willst Du sehen?" zwischen einer frühpubertären Toilette und einem Zoo war das Spektrum weitgefächert.

Ingenieursphase:
Die Vorstellungen mussten wir in praktisch klappbare Konstruktionen umwandeln. Wir haben aus Büropapier Versuchsmodelle gebaut, Maße abgenommen und korrigiert.

Bastelphase:
Um ein PopUp zu bekommen, haben alle aus Buchbinderpappe eine Klappmappe gebaut, die das PopUp aufnehmen soll. Nach den Versuchsmodellen haben wir die finale Konstruktion auf Zeichenkarton angerissen (Ingenieurssprache für"ordentlich zeichnen") und mit Schere oder Cutter ausgeschnitten. Die Knicke Falze haben wir mit dem Falzbein genutet.
Am Besten geht es wenn wir die Kartonelemente auf der einen Seite der Klappmappe ankleben, die Klebefalze mit Kleber bestreichen und mit Druck vorsichtig zuklappen. Nun klebt alles an der richtigen Stelle - und richtet sich beim Öffnen auf!

Präsentationsphase:
Alle haben ein funktionierendes PopUp hinbekommen und waren sichtbar Stolz auf das Geschaffte.

Einige der fertigen Produkte waren:

Mein Zimmer, eine kontruktiv einfache Lösung, funktioniert (fast) immer: das aufgestellte V.

Tischtennisplatte im Park, mehrere fortgeschrittene Lösungen, wie Streifentransformation, schwebende Platte, aufgestelltes V.


Zoo, mit mehreren rechten Abwinklungen, erfordert exakte Arbeit.


Tor in eine andere Welt. Das Mädchen fliegt durch die Öffnung, wird vom Jungen am Fuß festgehalten. Sie will sich befreien. Senkrechte Platte, erfordert doppelte Diagonalstützen. 


Klo. Aufgestelltes V, Zylinder, Platte mit innerer Verstärkung


Hinter dem Screen ist noch eine ganze Welt: Senkrechte Platte mit als Computer oder sitzende Figur ausgebildeten aufgestellten Diagonalstützen, rechte Abwinklungen, Abwinklungskaskade.